Einen Karton hatte so gut wie jeder in seinem Leben in der Hand. Oftmals sind sie braun, mal auch weiß, aber auch völlig bunt und verrückt. Dabei ist der Karton nur ein Produkt, welches aus einem umfangreichen Produktionszyklus entsteht.

Es gibt unzählige Fragen zu Kartonagen, aber wir haben uns die 10 wichtigsten herausgesucht und sie für euch nachstehend erklärt:

1. Was ist Karton und woher kommt er?

Karton ist ein aus Zellstoff, Holzschliff und Altpapier hergestellter Werkstoff, der in Druckereien, in der Verpackungsindustrie sowie im Kunstgewerbe eingesetzt wird. Vereinfacht erklärt ist es Papier mit einer größeren Dichte. Auch Holz wird manchmal zur Verstärkung eingesetzt.

Die korrekte Bezeichnung für Karton in der Verpackungsindustrie lautet auch Kartonagen, umgangssprachlich ist Karton ein Überbegriff für Verpackungen.

2. Wofür werden Kartonagen verwendet?

Kartons werden in vielen Branchen und Industriesparten als Verpackung verwendet. Anhand nachstehender Grafik sieht man die Aufteilung der unterschiedlichen Abnehmerindustrie.

Quelle: VDW

3.  Was ist der Unterschied zwischen Karton und Pappe?

Karton: Flächiger, überwiegend aus Fasern pflanzlicher Herkunft bestehender Packstoff, der aufgrund der flächenbezogenen Masse (150 g/m2 bis 600 g/m2) sowohl in das Gebiet der Papiere als auch in das der Pappen eingegliedert wird. Aufgrund der höheren Dichte ist er steifer als Papier und wird hochwertiger gefertigt als Pappe. Besonderes Produktionsmerkmal: Karton wird als Endlosrolle hergestellt.

Pappe: Oberbegriff für Voll-und Wellpappe.

4.  Was ist Wellpappe?

Wellpappe ist Pappe aus einer oder mehreren Lagen eines gewellten Papiers, das auf Papier oder Karton geklebt ist. Es wird zwischen ein- und mehrwelliger Wellpappe unterschieden. Je dicker die einzelnen Schichten und je mehr Schichten, desto stabiler. Je feiner die Wellen desto besser bedruckbar, je größer die Wellen desto besser ist das Verpackungsgut geschützt.

5.  Welche Wellenarten gibt es?

Es gibt 4 häufig verwendete Wellenarten, die auch wieder spezifische Bezeichnungen haben:

A-Welle: Die A-Welle wird auch Grobwelle genannt und ist zugleich die älteste Wellenart, die heutzutage aber wenig eingesetzt wird. Sehr gute Federungs- und Polstereigenschaft. C-Welle: Die C-Welle wird auch Mittelwelle genannt. Die Höhe ist im Vergleich zur A-Welle etwas geringer und hat ihr den Rang in den 70er Jahren abgelaufen. Vorteile: Höhere Produktionsgeschwindigkeit bei niedrigerer Lärm-Emission.

B-Welle: Die B-Welle wird auch Feinwelle genannt und eignet sich für kleinere Füllgüter und maßgenaue Automatenverpackungen. Lässt sich einfacher bedrucken als die C-Welle durch ihre geringe Teilung und ist wichtig für zwei- und dreiwellige Wellpappe.

E-Welle: Feinst- oder Mikrowelle. Gewinnt nach und nach an Bedeutung, da ideal für Druck und für hochwertige Verkaufsverpackungen geeignet.

6. Welche Wellenart benötige ich? Ein-, Zwei- oder Dreiwellig?

Hier versuchen wir das so „einfach“ wie möglich zu halten, da hier viele verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, da die Wellen sich von der Beschaffenheit, der Form, der Materialdicke sowie Höhe unterscheiden.

Grundsätzlich ein kleiner Leitfaden als Anhaltspunkt:

Einwellig:  Point-of-Sale Verpackungen für Primärverpackung / Sekundärverpackungen – oft kombiniert mit Flexo / Offset-Druck

Zweiwellig: oftmals braun und ohne Druck, häufig für logistische Anforderungen ausgewählt

Dreiwellig: Karton braun und unbedruckt, vorwiegend im Übersee, Export und Automotive-Bereich eingesetzt

7. Welche Drucksorten gibt es und welche wähle ich?

Die gängigsten Drucksorten sind:

  • Flexodruck: hohe Qualität, geeignet für kleine bis mittlere Auflagen
  • Offsetdruck : sehr hohe Qualität, von kleinen bis große Auflagen möchte
  • Digitaldruck: sehr hohe Qualität, von sehr klein bis mittlere Auflagen, keine Klischeekosten, viele Druckbilder aber die „teuerste“ Variante, jedoch kurze Lieferzeiten möglich

8. Ist Karton umweltfreundlich?

Karton ist definitiv umweltfreundlich aus mehreren Gründen:

  • Karton kann in unterschiedlichsten Einsatzgebieten angewendet werden
  • Sie sind bis zu 100 % recyclingfähig, selbst spezielle Lebensmittel-Verpackungen sind mittlerweile technologisch sehr fortgeschritten.
  • Die Hersteller sind stetig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten CO2-neutraler zu produzieren und einige sind bereits einen Schritt weiter und haben C02-neutrale Produktionsstandorte. Auf diesem Sektor wird viel geforscht und hohe Summen dafür aufgewendet.
  • Verfügt über ein unglaublich umfangreiches Spektrum und kann daher auch Kunststoff-Verpackungen in vielen Bereichen sogar ersetzen

9. Was passiert mit meinem Karton nach dem Wegwerfen?

Das Altpapier wird in einem riesigen Bottich mit Wasser und Seife zu einem Brei vermischt. Dabei wird die Druckerschwärze vom Altpapier gelöst und die letzten Fremdstoffe herausgeholt. Gewaltige Pressen verwandeln den Brei wieder in Papier, das getrocknet und auf Rollen gewickelt wird. Dieser Recycling-Prozess ist bewährt und somit können im besten Fall 100% vollständig recycled werden.

Quelle: https://www.wellpappen-industrie.de/data/04_Verband/05_Publikationen/04_Broschueren/VDW_Broschuere-Kreislaufverpackung-Wellpappe.pdf

10. Was spricht für einen Karton und gegen Kunststoff-Verpackungen?

Die Fragen von 1 bis 9 beantworten die letzte Frage einstimmig. Ein großartiges Produkt, welches aufwendig und ressourcenschonend produziert wird und echter Allrounder ist.